Wunsch- und Wahlrecht im Beruf

Petra Jacobi 12.01.2021 Lesedauer 1 Min.

Mit dem Angebot "Mensch & Teilhabe" setzt der IB neue Schwerpunkte im Bereich Behindertenhilfe. Teilnehmer*innen in Brandenburg nutzen bereits das Angebot. Weshalb Menschen mit Behinderung davon profitieren, erklärt Susanne Dünkel, Leiterin für Berufliche Bildung auf dem Grünen Bildungscampus des IB in Neuenhagen.

Frau Dünkel, Sie ebnen mit „Mensch & Teilhabe“ den Weg für zukünftige Standorte. Welche Erfahrungen haben Sie bisher gemacht?

Susanne Dünkel: Es liegt uns am Herzen, Menschen mit Behinderung ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Daher nutzen wir die Möglichkeiten unseres Bildungscampus nun auch für diese Zielgruppe und kommen gleichzeitig ihrem Wunsch- und Wahlrecht nach. Die Teilnehmenden können beispielsweise aktiv am Campusleben teilnehmen und bei Bedarf in unserem Wohnheim leben.

Wie viele Teilnehmende nehmen das Angebot aktuell in Anspruch?

Wir arbeiten mit drei Teilnehmenden an beiden Standorten. In Neuenhagen werden die Teilnehmenden bereits im Bildungsbereich qualifi ziert, das heißt, sie arbeiten zusammen mit jungen Menschen, die gerade eine Erstausbildung in einer von zehn Bildungsbereichen absolvieren.

Wie erfahren Menschen mit Behinderung von Ihrem Angebot?

Die Agentur für Arbeit hat die Bildungsarbeit für Menschen mit Behinderung bisher immer den Werkstätten zugewiesen. Die neue Alternative ist noch kaum bekannt, daher werben wir bei den Kostenträgern, was wegen Corona derzeit aber nur eingeschränkt möglich ist.

Susanne Dünkel (re.) mit dem Team Randolf Wiese (li.) und Karin Schumann (2.v.l.) sowie Regionalleiterin Michaela Theurer. Foto: IB Berlin-Brandenburg
Inklusion im Arbeitsmarkt ist das Ziel des IB-Angebots "Mensch & Teilhabe". Foto: pexels/Mikhail Nilov

Welchen Vorteil hat „Mensch & Teilhabe“ gegenüber einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung?

Unsere Bildungsangebote sind abwechslungsreicher als die der WfbM, stärker am freien Arbeitsmarkt orientiert und besser mit diesem verzahnt, wir können die Menschen zum Beispiel durch Praktika besser integrieren. Werkstätten vermitteln weniger als ein Prozent ihrer Beschäftigten in den freien Arbeitsmarkt. Wir wollen da deutlich mehr erreichen.

Wie haben die Mitarbeitenden vor Ort auf das neue Angebot reagiert?

An beiden Standorten arbeiten je vier Mitarbeitende für „Mensch & Teilhabe“, die sich hoch motiviert an der Umsetzung beteiligen. Da die Zusammenarbeit mit der Zielgruppe jedoch spezifische Kompetenzen verlangt, wird es ab Januar 2021 sonderpädagogische Weiterbildungen geben.

Grüner Bildungscampus Neuenhagen

Weiterlesen